Das Unternehmertum heute und in der Gründerzeit vor 130 Jahren ist natürlich grundverschieden und nicht zu vergleichen.
Nur in einem hat sich nichts geändert: es waren zu jeder Zeit Menschen am Werk, die etwas schaffen, etwas unternehmen wollten. Sie waren von der unternehmerischen Idee überzeugt und richteten ihr Leben und das ihrer Familien danach aus. Und das bedeutet(e) ständige Innovation, Entwicklung und Umsetzung von Visionen, stets aktualisierte Angebote und ein gelebtes Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Kunden. Diese Verantwortung war für die Firma Zankl stets ein Leitmotiv. Gestern wie heute - und an sieben Tagen die Woche.

1987: 110 Jahre Firma Zankl

1973: Übergabe des 1. Mähdreschers der Firma Zankl

1970: Tankstellen- und Werkstättenneubau mit Überdachung
1956: Tankstellenzubau und neuer Verkaufsraum

Bis 1928 war die Werkstätte im Wohnhaus untergebracht.
Das Foto zeigt die Werkstätte mit Stadl und Mühle.
Firmengründer war der Schlossermeister Johann Zankl I.
Der Dorfzankl-Sohn in Rattendorf errichtete in den Jahren 1873 bis 1876 das heutige Haus Zankl (Wohnhaus mit Schlosserwerkstätte). Seine Tätigkeiten in der im Wohnhaus untergebrachten Schlosserei umfassten vornehmlich das Anfertigen von Türschlössern und Eisengittern. 1899 baute er ein Magazin und ein kleines Wirtschaftsgebäude dazu. Schon 1873 überzeugte er den damaligen Bürgermeister Thomas Waldner, bei der Postdirektion Graz um die Errichtung eines Postamtes für Rattendof/Jenig anzusuchen. Das Ansuchen wurde bewilligt und die Stelle des Postexpediten mit einem Jahresgehalt von 150 Gulden und einer Amtspauschale von 40 Gulden ausgeschrieben. Johann Zankl, damals 34 Jahre jung, Hausbesitzer mit geeignetem Lokal, als ehemaliger k.u.k. Pionierregiment-Korporal der italienischen Sprache (Anstellungsvoraussetzung) mächtig, bewarb sich darum und bekam nach einer Ausbildung beim Postamt Kirchbach und der Ablegung der Expeditenprüfung in Villach diese Stelle. Deswegen trägt das Haus Zankl den Vulgarnamen „Postmeister“. Johann Zankl I. starb am 16. August 1917. Mit seiner Ehegattin Anna Zankl geb. Wastler hatte er einen Sohn. Dieser starb allerdings schon im Jugendalter.
Der Firmengründer hatte - sein Sohn verstarb 16jährig - keinen direkten Nachkommen. Er bestimmte daher seinen Neffen, ebenfalls ein Dorfzankl-Sohn, zu seinem Betriebsnachfolger. Johann Zankl II. war ebenfalls Schlossermeister und baute unter dem seinerzeitigen Magazin eine neue Schlosserwerkstätte. Sein Spezialfach war der Herde- und Ofenbau. Die Herdrahmen wurden aus Stahl angefertigt und in weiterer Folge außen mit Fliesen verkleidet und im Feuerraum mit Schamottplatten ausgelegt. Zum Schlossereibetrieb betrieb er mit seiner Gattin Helene, die aber früh verstarb, auch eine Landwirtschaft. Seine zweite Gattin Aloisia leitete bis 1945 das Postamt Jenig im eigenen Wohnhaus. Johann Zankl II. gilt als Gründer der Raiffeisenkasse Rattendorf, die ebenso im Haus Zankl untergebracht war.
Der Sohn von Johann Zankl II. trat in die Fußstapfen seines Vaters und schlug ebenfalls seine Schlosser-Ausbildung mit dem Meisterbrief als Schlossermeister ab. Er sah die einsetzende Technisierungswelle als große Chance und setzte den Schwerpunkt seiner unternehmerischen Tätigkeit auf den Handel und die Reparatur von Maschinen. Das dazu nötige Wissen holte er sich im Zuge einer Spezialausbildung bei Steyr-Puch in Graz. Im Jahre 1952 errichtete Otmar Zankl I. die erste „Gasolin“-Tankstelle, getankt wurde damals mittels Handpumpe aus 200 Liter Treibstofffässern. Das seinerzeitige Magazin wurde zu einem für die damalige Zeit modernem Verkaufsgeschäft ausgebaut. Der Verkauf und die Reparatur von Landmaschinen, Fahrrädern und Nähmaschinen bildeten die Standbeine des Unternehmens. Genauso war Otmar Zankl I. auch Landwirt und betrieb mit seiner Gattin Maria die Landwirtschaft. Weit über Rattendorf hinaus machte er sich durch die Bekleidung zahlreicher öffentlicher Funktionen einen Namen. Otmar Zankl I. war 16 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Rattendorf, Obmann des Sängergaues Gailtal und FF-Abschnittskommandant.


Im Jahre 1972 übernahm Otmar Zankl II. den Betrieb von seinem Vater. Zuvor absolvierte er seine Fachausbildung in der HTL (Höhere Tecnische Lehranstalt) für Landtechnik in Steyr. Diese enge Bindung zur seinerzeitigen Ausbildungsstätte Steyr öffnete für Otmar Zankl II. schon sehr früh die Chance, die in Steyr produzierten Traktore und Landmaschinen zu verkaufen und fachgerecht zu reparieren. Dazu waren bauliche und technische Voraussetzungen notwendig, die sich Otmar gemeinsam mit seiner Gattin Regina mit dem Neubau der Werkstätte mit Ersatzteillager und einer Waschbox schuf. Im Kellergeschoss wurde eine Schlosserei eingerichtet. Schon 1988 wurde die Vergrößerung des Ersatzteillagers umgesetzt, die Tankstelle mit einem Shop erweitert und die erste vollautomatische Pkw-Waschanlage eingerichtet. Die ständige Expansion machte 1991 eine Großinvestition notwendig: die bisherige Werkstätte wie das Verkaufsgeschäft machten einem Neubau Platz. Ein Jahr später kam es zur grundlegenden Erneuerung und großflächigen überdachung der Esso-Tankstelle wie zur Umstellung auf Selbstbedienung. Sukzessive kam es in den Folgejahren zu Erweiterungen und Adapxierungen. 2001 wurde im Westen des Wohnhauses ein neuer Ausstellungsplatz errichtet, 2002 kam südlich des Werkstättengebäudes eine geräumige Lagerhalle für das stetig zunehmende Warenlager dazu. Heuer, 2007, wurde der Eingangsbereich zum Tankstellenshop neu und modern gestaltet, dazu neue Zapfsäulen und eine elektronische Großpreisanzeige errichtet. Damit ist dem derzeitigen Betriebsinhaber Otmar Zankl II. gemeinsam mit seiner Gattin Regina und den Söhnen Otmar und Thomas gelungen, ihren Landtechnik-Betrieb von Grund auf zu erneuern und mit allen technischen Voraussetzungen eines zukunftsorientierten Betriebes auszustatten. Dazu zählen natürlich auch die umweltrelevanten Vorgaben, auf deren Erfüllung die Firma Zankl großen Wert legt. Den Aufstieg der Firma Zankl zur heutigen Größe dokumentieren auch die Mitarbeiterdaten. Otmar Zankl II. ist 1972 mit einem Lehrling und zwei Mitarbeitern in die Selbständigkeit gestartet, heute beschäftigt die Firma Landtechnik Zankl drei Lehrlinge und acht Mitarbeiter. Wesentlich für diese Erfolgsgeschichte ist der starke Familiensinn im Hause Zankl. Das schärft die gemeinsame Verantwortung, führt damit zu einer starken Bindung an den Betrieb und schlägt sich in einem weitaus größeren Engagement nieder. Das ist auch die Voraussetzung für die beispielhafte Kundennähe - schließlich ist die Firma Zankl an sieben Tagen die Woche für ihre Kunden da.
Geschichte hat für viele keine Substanz. Was war, ist kaum interessant; von dem was kommen könnte, haben wiederum viele Angst. Die Familien Zankl können mit Recht stolz auf ihre Firmengeschichte sein. Sie haben in diesen 130 Jahren weit über das Gailtal hinaus ein interessantes und wichtiges Kapitel Wirtschaftsgeschichte mitgeschrieben. Zuerst sicherlich nur im dörflichen Umfeld, mittlerweile aber weit über die Region Gailtal hinaus, denn heute liefert Landtechnik Zankl in alle österreichische Bundesländer. Zu jeder Zeit waren Menschen am Werk, die anpacken konnten und wollten. Sie haben an die Zukunft geglaubt, waren sich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst und haben mit ihrer fachkundigen und ehrlichen Arbeit den Menschen gedient und sich so das Vertrauen und die Wertschätzung der Kunden erarbeitet. Auf diesen entscheidenden und tragfähigen Fundamenten stand seinerzeit die Schlosserei Zankl und steht heute die Firma Landtechnik Zankl.
Seit Mai 2008 ist die Firma Zankl kein Einzelunternehmen mehr sondern wurde zu einer GmbH umstrukturiert.
Otmar Zankl sen. ist Gesellschafter und Otmar Zankl jun. Geschäftsführer der Landtechnik Zankl GmbH.
Jenig,
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